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Bitcoin: Alle möchten ein Stück vom Kuchen


14.12.2017 16:10 Uhr

Nach dem erfolgreichen Start an offiziellen US-Handelsplätzen denkt die Deutsche Börse AG über den Handel von Bitcoin-Derivaten nach. Notenbanken überlegen zudem die Einführung einer eigenen Digitalwährung. Die LBBW sieht Probleme.

Nach Angaben der „WirtschaftsWoche“ überlegt die Eurex, die Derivate-Sparte der Deutschen Börse AG, die Einführung von Bitcoin-Derivaten: „Wir denken über Futures nach, mit denen private Anleger und institutionelle Investoren bestehende Investitionen in Bitcoin absichern oder auf fallende Kurse der Cyberwährung setzen können“, zitiert das Blatt eine Sprecherin der Börse. Vor einer Markteinführung wolle die Börse aber zunächst klären, wie mit Volatilität und Preismanipulationen umzugehen sei. Auf einen Zeitrahmen bis zur Einführung wollte sich das Unternehmen nach eigenen Angaben allerdings nicht festlegen.  

 

Allerdings reißt auch die Kritik an der Kryptowährung nicht ab. Zuletzt gab der australische Notenbankchef Philip Lowe bekannt, als Zahlungsmittel sei der Bitcoin ungeeignet. Vielmehr diene er vor allem für illegale Transaktionen. In Zusammenhang mit der aufsteigenden Popularität sprach Lowe von einem „spekulativen Wahn“. Dennoch bestehe auch von Seiten der Notenbank ein Interesse an der dem Bitcoin zugrunde liegenden Blockchain-Technologie.  Die australische Notenbank stehe in Kontakt mit Fintechs und klassischen Banken, so Lowe. Auch sei ein Dialog mit anderen Notenbanken zum Thema Digitalwährung bereits angestoßen.

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan verglich den Bitcoin jüngst in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC mit der ersten in den nordamerikanischen Kolonien herausgegebenen Währung. Die 1775 zur Kriegsfinanzierung herausgegebene „Continental Currency“ bestand aus Papiergeld und war weder – wie damals üblich – von Gold oder anderem Gegenwert gedeckt. Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurde sie wertlos. In der fehlenden Deckung sieht Greenspan die Parallele zum Bitcoin. Allerdings denke er nicht, dass dem Bitcoin zwingend das gleiche Schicksal drohe wie der „Continantal Currency“. Über den Erfolg der Währung entscheide einzig, ob die Menschen an ihren Erfolg glaubten, oder nicht.

LBBW sieht strukturelle Probleme des Bitcoin

Die LBBW-Research-Experten sprechen in Bezug auf die Bitcoin-Kursentwicklung indes  von einer Blase. Die Stuttgarter errechneten den intrinsischen Wert eines Bitcoin, indem sie die Kosten für die Energie, die für das computergenerierte Mining eines Bitcoin nötig sind, durch die Belohnung von 12,5 Bitcoin pro generiertem Block teilten. Auf diese Weise ist ein Wert von 800 USD pro Bitcoin zusammen gekommen. Für die Zukunft erwartet die LBBW, dass die Kosten des Minings den Wert eines Bitcoin übersteigen werden. Die Herstellung und Bereitstellung der Infrastruktur für die Krypto-Währung stünden damit auf tönernen Füssen. Ohne einen plausible Begründung für einen Preisanstieg, bspw. weil sich Bitcoin als die Zukunftswährung etabliere, blieben Preisanstiege ungedeckt und reine Spekulation.


 

(DW)

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